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Akademisches Lehrkrankenhaus für
die Universität zu Lübeck

Epilepsie

Epilepsie ist eine spontan auftretende neurologische Erkrankung. Hauptmerkmal ist ihr Verursachen von sogenannten epileptischen Anfällen, die von anfallsartigen, synchronen Entladungen bestimmter Neuronengruppen im Gehirn hervorgerufen werden.

Fachliche Betreuung ist gefragt, die Ihnen die AUGUST-BIER-KLINIK als modernes Therapiezentrum umfassend bietet.

Um Angehörigen und Betroffenen präventiv oder begleitend einen genaueren Blick auf das Thema Epilepsie zu ermöglichen, haben wir die meistgestellten Fragen mit passenden Antworten hier für Sie zusammengestellt.

Welche Versorgung bietet mir speziell die Fachklinik AUGUST-BIER-KLINIK?

Die AUGUST-BIER-KLINIK bietet als Fachklinik für Neurologie, Neurotraumatologie und Rehabilitation, eine hohe neurologisch-medizinische Kompetenz in der Behandlung von Epilepsie-Patienten.

Die neurologischen Fachkollegen der Klinik setzen alle Methoden der modernen Diagnostik ein:

  • Elektroencephalographie
  • Schlafentzugs-EEG
  • Computertomographie
  • Kernspintomographie
  • neuropsychologische Diagnostik
  • Verhaltensbeobachtung

Nach diagnostischer Zuordnung des Anfallsgeschehens kann im Rahmen eines akut-neurologischen stationären Aufenthaltes neben der Aufklärung, Information und Führung des Patienten eine geeignete medikamentöse Therapie eingeleitet werden.

Optimierung der medikamentösen Einstellung

Darüber hinaus bietet die AUGUST-BIER-KLINIK für langjährig erkrankte Epilepsie-Betroffene die Möglichkeit an, im Rahmen einer stationären Behandlung die medikamentöse Einstellung einer nicht befriedigend eingestellten Epilepsie-Erkrankung nach erneuter Diagnostik zu verbessern.

Ziel ist auch hier die dauerhafte und wirksame Reduktion von epileptischen Anfällen.

Für langjährig erkrankte Patienten gibt es auch die Möglichkeit im Rahmen der akut-neurologischen Behandlung eine sog. Epilepsie-Komplex-Behandlung für die Dauer von ca. zwei Wochen durchzuführen.

Neben der intensiven medizinischen Betreuung und Therapieoptimierung medikamentöser Schemata steht hier die therapeutische und pflegerische Aktivierung und Behandlung des Patienten mit im Vordergrund.

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Gibt es Risikogruppen für Epilepsie?

Epilepsie ist eine sporadisch auftretende Erkrankung, d. h. definierte Ursachen für das Auftreten von Epilepsie sind nicht bekannt. Risikofaktoren für ein Auftreten von Epilepsie sind demnach nicht zu formulieren, gefährdete Personen können im Vorfeld eines ersten Anfalls nicht identifiziert werden. Bekannt ist jedoch, dass Kinder, die in frühkindlichen Phasen vermehrt Fieberkrämpfe erlitten haben, ein höheres Risiko aufweisen sollen, im Erwachsenenalter epileptische Anfälle zu entwickeln.

Bekannte Risikobedingungen:

Erhöhter Alkoholkonsum bzw. abrupte Abstinenz nach längerfristigem intensiven Alkoholkonsum ist ebenso ein auslösender Faktor wie anhaltender Schlafentzug. Darüber hinaus gibt es Menschen mit einer Disposition für Krampfanfälle unter bestimmten Bedingungen: Einige Menschen erleiden einen Krampfanfall bei zu lange anhaltendem Fernsehkonsum, da sie das dort enthaltene Flickerlicht nicht gut vertragen oder weisen eine erhöhte Flickerlichtempfindlichkeit auf, die beim Durchfahren von Alleen bei tief stehender Sonnen einen Anfall auslösen kann.

Andere Menschen weisen spezielle Auslösefaktoren für Krampfanfälle auf. So ist beispielsweise eine Leseepilepsie bekannt, die, wie der Name schon sagt, beim Lesen auftritt. Andere Betroffene weisen schlafgebundene Anfälle auf, die nur während der Schlafphasen auftreten. Die jeweilige Ursache für das Auftreten von Krampfanfällen unter bestimmten Bedingungen ist unbekannt.

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Welche Symptome haben betroffene Personen?

Die Symptome von betroffenen Epilepsie-Personen können sehr unterschiedlich sein.

Aus Fernsehfilmen und aus der Literatur bekannt fällt einem beim Stichwort Epilepsie meist der generalisierte cerebrale Krampfanfall ein. Bei einem sogenannten „großen Anfall“ fällt der Betroffene mit oder ohne Vorankündigungszeichen oft begleitet von einem Initialschrei zu Boden, bäumt sich starr auf, verliert das Bewusstsein, hält die Luft an und zeigt eine bläuliche Verfärbung des Gesichtes und beginnt nach einer kurzen Phase der Starre dann an, rhythmisch mit den Armen und Beinen hin und her zu schlagen, d. h. rhythmisch zu zucken. Ist die Phase motorischer Bewegungen des Krampfanfalls vorbei, fällt der Betroffene meist in eine sog. Umdämmerungs- oder Reorientierungsphase, in der er zunächst nicht gut ansprechbar und sehr müde ist, und oft tief und fest schläft, bis dann nach einer längeren Schlafphase die Orientierung langsam wieder einsetzt.

Kleinere Erscheinungsformen (Absencen)

Es gibt jedoch auch sog. kleinere Erscheinungsformen des epileptischen Anfalls, sog. Absencen. Bei diesen Absencen klinkt sich beispielsweise ein Betroffener im Gespräch kurz aus, äußert sich nicht mehr, wirkt auf sein Gegenüber wie abwesend, begleitend kann ein Verdrehen der Augen Nach oben beobachtet werden. Nach einer kurzen, teilweise nur für Sekunden anhaltenden Phase dieser Art schaltet sich der Betroffene scheinbar ohne dass etwas vorgefallen wäre, wieder in das Gespräch ein und setzt dieses fort.

Es gibt jedoch auch Anfälle, bei denen beispielsweise bei erhaltenem Bewusstsein ein Arm oder ein Bein anhaltend zuckt, ohne dass es zu einem großen Anfall der oben geschilderten Art kommt. Auch gibt es kleinere Anfallsformen, bei denen die Patienten kurz die Augen nach einer Seite drehen, einen Arm heben, sich zu diesem Arm hinwenden und für einige Sekunden nicht ansprechbar sind, ihre Körperhaltung jedoch bewahren und danch das ganze Geschehen nicht mehr erinnern können.

Wichtig: Personen, die Symptome dieser Art oder ähnlicher Art aufweisen, sollten einem Fachmann vorgestellt werden, am besten auf dem Fachgebiet der Neurologie.

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Was mache ich als erstes bei einem epileptischen Anfall?

Ein sog. „großer“, generalisierter Krampfanfall führt dazu, dass der Betroffene plötzlich, wie gefällt zu Boden stürzt. Der Betroffene selbst kann bei einem generalisierten epileptischen Anfall nichts unternehmen und sich nicht schützen, da das Bewusstsein für eine bestimmte Zeit verloren geht. Begleitende Personen sollten nachschauen, ob durch den Sturz relevante äußere Verletzungen eingetreten sind und ggf. Erste Hilfe leisten. In jedem Fall ist ein erstmals aufgetretener epileptischer Anfall ein Notfall, bei dem ein Krankenwagen oder Notarzt gerufen werden soll, damit der Betroffene in eine Klinik gebracht werden kann. Dort ist eine notfallmäßige Abklärung vorzunehmen, um mögliche Ursachen für den epileptischen Anfall auszuschließen.

Elektrolyt-Verschiebungen im Blut, eine Unter- oder Überzuckerung des Betroffenen können ebenso als Auslöser für einen epileptischen Anfall identifiziert werden wie beispielsweise eine zuvor aufgetretene Hirnblutung oder ein bis dato nicht erkannter Hirntumor. Es gibt jedoch auch viele generalisierte Krampfanfälle, die aus sich selbst heraus, d. h. ohne erkennbare äußere Ursache entstehen.

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Was ist bei der Erst-Versorgung wichtig?

Wichtig bei der Erstversorgung des Betroffenen ist es, dass Erste Hilfe organisiert und herbeigeholt wird. Der Betroffene ist, da er meist zuvor gestürzt ist, in stabiler Seitenlage auf dem Boden zu lagern, da ein mögliches Erbrechen nicht zu einer Aspiration und nachfolgenden Pneumonie führen soll.

Es ist zu überprüfen, ob die Atemwege frei sind, da der sich Betroffene gelegentlich auf die Zunge beißen und die Zunge bluten kann.

Begleitpersonen, die mit epileptischen Anfällen ihrer Angehörigen vertraut sind, haben gelegentlich einen kleinen Gummikeil dabei, den sie dem Krampfenden zwischen die Zähne schieben, damit dieser sich nicht weiter verletzt.

Erfahrene Begleitpersonen Betroffener sind häufig mit Stand-by-Medikamenten ausgerüstet, die sie bei einem Anfall anwenden können (Tavor-Expidet – auf der Zunge zergehendes Beruhigungsmittel- oder Diazepam-Rectiole).

In jedem Fall ist es wichtig, bei erstmals auftretendem Krampfanfall oder ungewöhnlich lange anhaltendem Krampfanfall den Rettungsdienst, am besten Notarzt, zu verständigen, der den Betroffenen rasch und unter kompetenter Begleitung zur nächst gelegenen neurologischen Klinik bringt, damit dort die Gefahrenmomente minimiert und das weitere Vorgehen beurteilt und festgelegt werden kann.

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Kann man Epilepsie heilen oder eindämmen?

Bei der Epilepsieform, die keine definierte Ursache aufweist, ist eine ursächliche Heilung nicht möglich.

Betroffene zeigen sehr unterschiedliche Muster an Anfällen. Die Anfälle variieren hinsichtlich ihrer Auftretenshäufigkeit und hinsichtlich ihrer Form und Schwere. Für die unterschiedlichen Epilepsieformen gibt es unterschiedliche, durch Studien in ihrer Wirksamkeit belegte Medikamente, deren Ziel es ist, die Anfälle gänzlich zu verhindern oder hinsichtlich ihrer Auftretenshäufigkeit und Schwere zumindest einzudämmen.

Bei ca. 2/3 der Patienten gelingt es, durch die konsequente Anwendung geeigneter und indizierter Medikamente eine Anfallsfreiheit herbeizuführen. Bei einem Teil der Patienten ist es notwendig, mehrere Epilepsie-Medikamente, die auf unterschiedlichen Wirkmechanismen beruhen, zu kombinieren, um eine Anfallsfreiheit herbeizuführen.

Es gibt jedoch Betroffene, die trotz regelmäßiger und hochdosierter Einnahme von geeigneten Medikamenten weiterhin epileptische Anfälle zeigen. Bei diesen Patienten ist zu klären, ob hier nach entsprechender ausführlicher und differenzierter Diagnostik eine Epilepsie-Chirurgie Heilung bringen kann. Bei diesem neurochirurgischen Eingriff wird ein Teil des Temporallappens aus dem Gehirn herausgetrennt. Zahlreiche Patienten, die vorher sorgfältig ausgewählt werden müssen, sind nach einem solchen Eingriff anfallsfrei und freuen sich an einer wiedergewonnenen hohen Lebensqualität.

Nach dem erstmaligen Auftreten eines epileptischen Anfalls ist jedoch durch eine entsprechende Bildgebung des Kopfes (Magnetresonanztomographie) zu klären, ob andere symptomatische Ursachen für das Auftreten des epileptischen Anfalls verantwortlich zu machen sind.

Vorrangig ist eine Hirnblutung, ein Hirntumor oder eine Gefäßmissbildung im Kopf auszuschließen oder einer indizierten und geeigneten neurochirurgischen Therapie zuzuführen.

Sind anfallsfördernde Faktoren Ursache der auftretenden Anfälle (Schlafentzug, Alkoholkonsum, Drogenkonsum und andere) so sind natürlich vorrangig die Einflüsse dieser anfallsfördernden Faktoren auszuschließen, d. h. es ist ein Alkohol- oder Drogenentzug durchzuführen und auf ausreichend Schlaf zu achten.

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Gibt es unterschiedliche „Epilepsien“? Und Therapien?

Es gibt sog. große, d. h. generalisierte epileptische Anfälle und kleine, d. h. fokale Anfälle.

Es gibt nicht die Epilepsie oder die epileptische Erkrankung, sondern jeder von Anfällen Betroffene weist ein individuelles Muster hinsichtlich Art, Häufigkeit und Schwere der Anfälle auf.

Eine sorgfältige neurologische Diagnostik, die alle Aspekte des Krankheitsbildes berücksichtigt, hat herauszuarbeiten, von welchen Therapien der Betroffene profitieren kann.

Ziel ist es, den Patienten anfallsfrei zu bekommen.

Eine geeignete medikamentöse Therapie, im Verlauf manchmal aus mehreren Medikamenten bestehend, ist ebenso wichtig wie eine umfassende Aufklärung und Information und Lebensstilberatung des Patienten.

Verhaltensmodifizierende Faktoren spielen eine entscheidende Rolle beim Auftreten und der Häufigkeit von epileptischen Anfällen, so dass der Patient in enger Zusammenarbeit mit dem betreuenden Neurologen seine Therapie verstehen, akzeptieren und umsetzen lernen muss, damit möglichst wenige und am besten gar keine Anfälle mehr auftreten.

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Finde ich in der Fachklinik AUGUST-BIER-KLINIK eigentlich alle modernen Therapie-Möglichkeiten unter einem Dach?

Die AUGUST-BIER-KLINIK hält alle modernen Therapiemöglichkeiten vor

Gerade bei langjährig erkrankten Epilepsie-Betroffenen sind auch kognitive Beeinträchtigungen ein Thema der Therapie, so dass die AUGUST-BIER-KLINIK durch ihr differenziertes Angebot neuropsychologischer und ergotherapeutischer Therapie, bei gegebener Indikation auch intensiv mit Hilfe von Computern, den Betroffenen hier ein wirksames und effizientes Therapieangebot präsentieren kann.

Die engmaschige medizinische Begleitung durch die Ärzte unserer Klinik mit der anhaltenden Motivation, das medikamentöse Therapieschema zu optimieren (Motto: „Soviel wie nötig, so wenig wie möglich“) mit dem Ziel einer anzustrebenden Anfallsfreiheit ist oberster Leitsatz aller Maßnahmen.

Auch erfolgt eine gesetzlich orientierte Beratung hinsichtlich des allgegenwärtigen Themas Fahreignung bei Epilepsie, eine Thema, das in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein nicht nur für junge Epileptiker von großer Bedeutung ist.

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